Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Raasdorf ab 1882

Nachdem es immer wieder in Raasdorf zu schweren Bränden gekommen war und der Ort eine gewisse Größe erreichte, wurde der Entschluss gefasst,  eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Am 19. November 1882 beschloss der Gemeinderat mit Einstimmigkeit, eine Ortsfeuerwehr einzurichten. Das Protokoll über die Gründung trägt die Unterschriften von Bgm. Martin Ferschenhuber, den Gemeindeausschüssen Josef Theuringer und Johann Hofer sowie der Gemeinderäte Josef Redl und Josef Haindl.


Die Entwicklung des Feuerwehrwesens seit der Gründung bis in unsere Tage reicht von der Feuerpatsche und dem Löscheimer über die Handpumpe, pferdebespannte Einsatzfahrzeuge bis hin zur totalen Motorisierung mit modernster Ausrüstung. Seit dieser Zeit hat sich auch das Einsatzbild der FF Raasdorf stark verändert. Während anfangs größtenteils Brände an der Tagesordnung standen, sind in der heutigen Zeit immer mehr Verkehrsunfälle, leider auch schwere mit Todesopfern, zu beklagen.

Zum 40jährigen Gründungsfest am 21. Mai 1922 weihte Dechant Josef Krenn von Obersiebenbrunn eine Feuerspritze ein. Am 29. Oktober desselben Jahres wurde anlässlich der Glockenweihe auch das neu errichtete Zeughaus der FF Raasdorf, welches sich im Ortskern von Raasdorf gegenüber der Pfarrkirche befand, eingeweiht.

 

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In den Jahren 1924/25 trieb ein Pyromane in Raasdorf sein teuflisches Unwesen, welcher die Feuerwehr auf Trab hielt.

 

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1938 wurde Raasdorf nach Wien eingemeindet und die Feuerwehr unterstand somit dem Stadtkommando von Wien. Dabei erhielt sie einen Mannschaftsrüstwagen und einen „Sirenenwagen“ von der Stadt Wien. Diese Fahrzeuge verschwanden aber im Trubel der letzten Kampfhandlungen des damaligen Krieges.

1950/51 bekam Raasdorf für seine Feuerwehr einen LKW aus Armeebeständen der USA, der bis 1955 im Einsatz war.

 

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Im Juli 1955 konnten eine Magiruspumpe und im Juli 1962 ein Tankwagen, Type Opel TLF 1000 („Blitz“), erworben werden. Der Ankauf eines Ford Transit 100 erfolgte im Dezember 1975.

 

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Am 29.11.1977 gab es einen Großbrand in einem Gemüse-Kühlhaus in Raasdorf Nr. 10, worin Möbel gelagert waren, dessen Löscharbeiten 5 Stunden dauerten. Es waren 9 Feuerwehren mit 15 Fahrzeugen und 106 Mann im Einsatz.

1982 wurde die FF-Raasdorf 100 Jahre, wobei im September unter dem Kommandanten Johann Kreitl, ein großer Festakt im Pfarrhof und auf dem angrenzenden Fußballplatz, gleich neben dem Rüsthaus veranstaltet wurde. Im Anschluss an den offiziellen Festakt wurden im Rahmen einer Feier Schauübungen dargebracht und Feuerwehrfahrzeuge aus der Umgebung, sowie von der Berufsfeuerwehr Wien ausgestellt.


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1990, unter dem Kommando von Herbert Hofer wurde der Opel Blitz TLF 1000 von unserem Steyr 13.230 TLFA 2000 (Tanklöschfahrzeug Allrad mit einem 2000 Liter Wassertank) mit Wasserwerfer, Seilwinde und vielen Ausrüstungsgegenständen mehr abgelöst. Durch dieses Fahrzeug war auch ein Umbau des Zeughauses notwendig, da das Einfahrtstor für das TLFA zu klein war.

 

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Im Jahr 1994 wurde der alte Transit durch ein neues Kleinrüstfahrzeug (KRF), auch wieder der Marke Ford Transit, 3,5 to, abgelöst. Dieses ist unter anderem mit einem hydraulischen Rettungssatz und der Tragkraftspritze ausgerüstet.

 

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Unser drittes Fahrzeug, eine VW Doppelkabinenpritsche (LAST), wurde 1998 in den Dienst gestellt. Es erweist sich als unerlässliches Transportmittel. Weiters findet man eine hydraulische Abschleppachse, eine Nachlaufachse und einen Atemschutzanhänger mit Druckluftkompressor für das Befüllen der Atemschutzflaschen mit 200 bar Atemluft bei den Einsatzgeräten unserer Feuerwehr.

 

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Nach 47 Dienstjahren ging im Jahr 2001 unsere alte Tragkraftspritze (Magiruspumpe) in den wohlverdienten Ruhestand. Sie wurde durch die neue leistungsfähige Tragkraftspritze Fox II, welche im Oktober 2002 bei einem Brand eines Wochenendhauses bereits ihre Einsatztauglichkeit bewies, ersetzt.

 

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Derzeit werden durchschnittlich 40 bis 50 Einsätze jedes Jahr von der FF Raasdorf bestritten. Den größten Teil machen die technischen Einsätze aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens in Raasdorf aus. Aber auch Katastropheneinsätze im Zuge des Katastrophenhilfsdienstes (KHD) steigen stetig. So waren auch beim historischen Hochwasser 2002 unsere Kameraden der FF Raasdorf im Einsatz, um den Bewohnern der betroffenen Gebiete zu helfen.

 

Dank für die erbrachte Leistung

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Aufgrund der wachsenden Anforderungen an die Feuerwehr und die größere Anzahl von Fahrzeugen bzw. Ausrüstungsgegenständen war es notwendig, mehr Platz für die FF zu schaffen. Nach einer langen Planungsphase war es am 26. April 2003 soweit, der erste Spatenstich für das neue Feuerwehrhaus an der Wagramer Straße, gleich neben dem Tennisplatz wurde gefeiert. Dieses neue Feuerwehrhaus soll eine praktische und vom Platz her ausreichende Lösung für die Zukunft sein, damit alle Fahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände für den Einsatzfall immer sofort griffbereit sind. Dieses Projekt, eines der größten der Gemeinde Raasdorf im Laufe der Zeit, wird in guter Zusammenarbeit zwischen der Feuerwehr unter dem Kommando des Kommandanten OBI Walter Posch und mit großer finanzieller Unterstützung der Gemeinde an der Spitze mit dem Bürgermeister Walter Krutis realisiert.

Nach einer ca. 1½ Jahre kurzen Bauzeit, wobei viele Stunden an Eigenleistung investiert wurden, konnte das Feuerwehrhaus am 21. Mai 2005 feierlich in großem Rahmen eingeweiht und der Bevölkerung, sowie vielen Ehrengästen präsentiert werden. Seit dem ist der Florianiplatz Nr. 1 als Standort der Freiwilligen Feuerwehr Raasdorf nicht mehr wegzudenken und steht ganz im Zeichen unseres Feuerwehrpatrons des Hl. Florian.

Die Florianis von Raasdorf haben seit dem ein modernes, praktisch gestaltetes und architektonisch gelungenes Haus mit 3 Garagen, Werkstätten und einem Mannschaftstrakt. Das Feuerwehrhaus hat eine Grundfläche von 500 m², einen riesengroßen Vor- sowie Parkplatz und verschlang die Gesamtbaukosten von rund 880.000,- Euro.

 

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Nachdem der Pegelstand der March im Bereich Dürnkrut bis Stillfried rasant anstieg und der Schutzdamm der March bei Dürnkrut am 4. April 2006 in den Nachtstunden brach und den Großteil der Ortschaft binnen weniger Stunden überschwemmte, kamen wir im Rahmen des Katastrophenhilfsdienstes mehrere Male mit unseren Unterwasserpumpen und Notstromaggregaten in diesem Bereich zum Einsatz. Viele Bewohner verloren dabei ihre Heimat und mussten sich anderswo ein zu Hause suchen, da die Häuser durch das lang anhaltende Stauwasser baufällig wurden.
Bilder vom Hochwassereinsatz finden sie hier in unserer Bildergalerie auf http://www.bilda.at/feuerwehr/einsatz/Einsaetze+2006/

 

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Zum ersten Mal durfte im Juni 2006 Raasdorf der Veranstalter und Austragungsort der Abschnittswettkämpfe sein. Dazu wurde gegenüber dem Florianiplatz ein brachliegendes Feld adaptiert, auf dem die Veranstaltung statt fand. Weiters wurde die L3019 (Wagramer Straße) für den Straßenverkehr gesperrt, um den Staffellauf darauf zu absolvieren. Vor dem Feuerwehrhaus wurde ein Festzelt aufgestellt, um die durstigen Wettkämpfer verköstigen zu können. Neben der Bewerbsgruppe, stellte Raasdorf auch erstmals eine Alterswettkampfgruppe, die sich wacker schlug und den Platz … einnahm. Unsere Wettkampfgruppe ist nach einer längeren Pause auf Grund des unermüdlichen Engagements von Kommandant Walter Posch wieder seit 1998 aktiv und behauptet sich jedes Jahr aufs Neue.
Als Erinnerung an dieses Ereignis gab es einen solchen Wimpel und eine Festschrift zu erwerben.

 

 

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Im Jahr 2008 hatten wir so viele Jubilare wie noch nie zu verzeichnen. Beim Abschnittsfeuerwehrtag in Groß-Enzersdorf im Juni 2008 wurden 5 Reservisten mit dem Verdienstzeichen für die 60jährige Mitgliedschaft, 1 Mitglied für die 40jährige und 2 Mitglieder für die 25jährige Mitgliedschaft bei der Freiwilligen Feuerwehr Raasdorf geehrt.

 

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