Geschichte zum Leistungsabzeichen der Feuerwehren

Das Leistungsabzeichen, es geht auf die Kampfabzeichen des Militärs im Ersten Weltkrieg zurück, nimmt seit dem Jahr 1950 an Bedeutung zu und es werden ständig neue geschaffen. Es weist den Träger als kompetenten Helfer und Fachmann aus. Die nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführten Feuerwehrleistungs-Bewerbe und –Prüfungen bedeuten für die Ausbildung der Feuerwehrleute eine nicht mehr wegzudenkende Ergänzung. Im sportlichen Wetteifer werden die im Einsatz notwendigen Tätigkeiten und Handgriffe perfekt und schnell ausgeführt.

Im Gegensatz zur Auszeichnung, welche in Würdigung verschiedener Verdienste dem Feuerwehrmitglied verliehen wird, muss das Leistungsabzeichen unter Prüfungsbedingungen erworben werden. Die Voraussetzungen für den Erwerb eines Leistungsabzeichens sind genau geregelt. Wird die vorgeschriebene Punktezahl erreicht, hat der Bewerber einen Anspruch auf das Leistungsabzeichen.
Quelle: Bundesfeuerwehrverband (Autor: Adolf Schinnerl)


Vorgeschichte

Bereits am 25. März 1925 hatten in Gattendorf im Burgenland erstmals „Feuerwehr-Wettübungen“ stattgefunden.

Bei der FF der Stadt Wolfsberg, Kärnten, wurde in den Jahren von 1928 bis 1938 jährlich eine Wertungsübung abgehalten. Beim Bezirksverbandstag 1935 in Maria Rojach wurden ebenfalls Wertungsübungen durchgeführt.

Anlässlich des 70-Jahre-Jubiläums der Freiwilligen Stadtfeuerwehr St. Pölten, Niederösterreich, zeigten deren Züge am 4. Juli 1937 ein „Wettschlauchlegen über Hindernisse und Zielspritzen“ sowie einen „Stafetten-Hindernislauf“, in denen bereits die wichtigsten Elemente der österreichischen Feuerwehrleistungsbewerbe der Zweiten Republik und der Internationalen Feuerwehrwettkämpfe enthalten waren.

Am 18. September 1938 veranstaltete der steirische Landesfeuerwehrinspektor Dipl. Ing. Ludwig Wipler in Weiz einen Feuerwehrwettbewerb mit Löschangriff, Staffellauf und Aufstellen einer zweiteiligen tragbaren Schiebeleiter.

„Wettschlauchlegen“ war zu dieser Zeit in ganz Österreich vielerorts eine beliebte Abwechslung im Übungsbetrieb. 


Feuerwehrleistungsabzeichen (FLA) in Bronze und Silber

Schon 1946/7 knüpften die steirischen Feuerwehren an diese Tradition an, und beim Gründungsjubiläum der Betriebsfeuerwehr der Böhlerwerke in Kapfenberg fanden erstmals Wettbewerbe (Löschangriff) statt, die bald in anderen Bezirken nachgeahmt wurden. Im Bericht „Aus den Pioniertagen des Wettbewerbswesens“ schreibt Hofrat Ing. Peter Stanke (1946 mit dem Wiederaufbau der steirischen Feuerwehren betraut) von der „Vorkämpferrolle“ seines Verbandes.

Die Wettkampfbestimmungen für 1948 sahen bereits einen Löschangriff und einen „Melder-Stafettenlauf“ vor.

 

19. August 1948: Beschluss der Wettkampfbestimmungen für Niederösterreich, die sich weitgehend an das steirische Vorbild anlehnen.

August 1948 – LFV Kärnten: Wettbewerbsbestimmungen für die Gruppe 1:8 vom Fahrzeug weg mit einem nassen Löschangriff als erste und ein 700 Meter Stafettenlauf in voller Montur als zweite Leistungsübung.

 

1949 – LFV Kärnten: Feuerwehr-Sportabzeichen in Bronze (Stufe I) und Silber (Stufe II) eingeführt.

Erste Sportmeisterschaften (Stufe I)

 

Feuerwehrwettkämpfe: 10. Juli 1949 in Gloggnitz, 4. September 1949 in Baden, 3. September 1950 in Weidling.

 

24./25. März 1950: Niederösterreich wertet die bisherigen Erfahrungen aus. Die Neufassung der Wettkampfbestimmungen beinhaltet die Vergabe von Altersgutpunkten.

 

5. November 1950: 1. Landesmeisterschaft in Klagenfurt (Stufe I und II).

 

4. August 1951: 1. NÖ Landesfeuerwehrwettkämpfe in Haag. Das Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze eingeführt.

 

1951: 1. OÖ Feuerwehrleistungsbewerb (Bronze).

 

1952 in Krems: 2. NÖ Landesfeuerwehrwettkämpfe. Zugleich tagt der 4. Österreichische Bundesfeuerwehrtag. Verbreitung der Wettkämpfe in ganz Österreich. Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze und Silber vergeben. Kleinformatiges Feuerwehrleistungsabzeichen zum Tragen auf dem Zivilanzug.

 

 

1952 – LFV Kärnten: Erweiterung der Sportwettkämpfe um die Stufe III. Zur Landesmeisterschaft sind nur mehr die besten zehn Gruppen jeder Stufe zugelassen.

 

Niederösterreich 1954: Teilung der Bewerbe in Bronze und Silber in die Klassen A ohne Alterspunkten und B mit Alterspunkten.

 

1955 – LFV Salzburg: Kampfrichterlehrgang.

 

4. November 1956: Erster Wettkampf zur Erlangung des Feuerwehrleistungsabzeichens in Bronze in der Stadt Salzburg.

 

1956 –LFV Burgenland: 1. Landes-Feuerwehrleitstungsbewerb (Bronze) in Neusiedl am See.

 

1957 2. Landes-Feuerwehrleistungsbewerb (Bronze und Silber) in Mattersburg.

 

1960 – LFV Kärnten: Erweiterung der Sportwettkämpfe um die Stufe IV.

 

1961 – LFV Salzburg: Zweiter Wettbewerb – Bronze und Silber.

 

1963 – LFV Tirol: Erster Landes-Feuerwehrleistungsbewerb in Bronze und Silber in Silz und Lienz.

 

23. November 1962 Beschluss Bundesfeuerwehrausschuss und 80. Präsidialsitzung des ÖBFV:

Auflage eines Heftes über bundeseinheitliche Leistungsbewerbe anstatt der bisherigen Länderbestimmungen.

 

Seit 1965 bundesheinheitliche Bestimmungen und Leistungsabzeichen mit den eingeprägten Wappen der Bundesländer und dem aufgesetzten emaillierten Bundeswappen.

 

Gleichzeitig Terminologie geändert und vereinheitlicht:

 

In den Ländern tatsächlich gehandhabt wurden diese Bestimmungen aber erst nach und nach. Oberösterreich übernimmt zwar die bundeseinheitlichen Bestimmungen, bleibt aber beim Leistungsabzeichen des Landes.

Kärnten: Die bisherigen Sportwettkämpfe werden in Leistungsbewerbe (neunte) umbenannt, die vier Leistungsstufen und eigenen Leistungsabzeichen aber beibehalten.

Vorarlberg modifiziert die Bestimmungen, bleibt aber ebenfalls bei den eigenen abgestuften Leistungsabzeichen.

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