Peer Support - Stressbewältigung im Feuerwehreinsatz
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Im Feuerwehrdienst ist Stress ein ständiger Begleiter, daher müssen und sollten

Betroffene mit Stress umgehen können.

Was versteht man unter Stress?

 

Das Wort Stress ist heute ein Modewort. Es gehört dazu, wie das Wort Erfolg dem wir nachjagen. Nicht nur die Wege zum Stress, sondern auch die Wege die uns von ihm wegführen können, sind beschwerlich. Aber es lohnt sich, diese Pfade zu erkunden.

 

Stress – ganz natürlich betrachtet ....

 

            Mein Mund ist vor lauter Aufregung vollkommen ausgetrocknet,

            ich bekomme keinen Bissen hinunter,

            der Bissen bleibt mir im Hals stecken,

            ich mache mir vor Angst fast in die Hose.

 

Stress – oft als „Krankheit der Zivilisation“ bezeichnet – ist die unspezifische Reaktion des Körpers auf jede Art von Beanspruchung.

Er führt zu wesentlichen Reaktionen auf der emotionalen, physiologischen, kognitiven und Verhaltensebene.

 

Für Wissenschaftler ist „Stress“, die körperliche Reaktion des Menschen bei Überforderung und Überlastung.

Stressfaktoren (Reize oder Stressoren) gehören wie der Sauerstoff zu unserem Leben und sie sind immer und überall gegenwärtig.

Im Beruf ebenso, wie im Familienleben und in der Freizeit. Sogar unser liebstes Hobby bedeutet für uns Stress!

 

Wenn wir zu einem Einsatz ausrücken, werden Anforderungen an uns gestellt, wo Stressfaktoren infolge der Alarmreaktion des Körpers unsere Leistungsfähigkeit steigert.

Auch bei Sport, Spiele und Hobbys spornt uns die damit verbundene Begeisterung zur Ausdauer und Zäh - Fähigkeit an. Dieser Stress ist ein positiver Lustgewinn, man nennt diesen Eustress ( Eu = gut).

Die gleichen Anforderungen können aber auch des Gefühl der Überforderung in uns auslösen, wir fühlen Ärger, Angst, Anspannung und sind wie gelähmt. Dann kann die mobilisierte Energie nicht umgesetzt werden. Da unsere Leistungsfähigkeit durch negative Empfindungen und Gefühle gebremst wird. In diesem Fall, spricht man vom Distress ( Di = schlecht).

In diesen Situationen schütten Drüsen vermehrt Hormone aus. Diese Stresshormone werden  nicht schnell genug abgebaut. Der Betroffenen frisst Ärger, Aufregung, Enttäuschung in sich hinein, das kann krank machen.

 

Stress – Symptome

 

PSYCHISCH – SOZIALE REAKTIONEN

            seine Emotionen zu kontrollieren, Angst , Unruhe, Reizbarkeit,....

 

KÖRPERLICHE REAKTIONEN

Ermattung, Zittern, Kopf- , Nacken- und Rückenschmerzen, Nervensystem,

Herz– Kreislauf– System, Haut und Immunsystem zeigen unterschiedliche Symptome

 

Auch im privaten und beruflichen Bereich gibt es Stressoren.

 

Wer keinen Stress hat, ist .....?

 

Wer keinen Stress hat, ist tot. Wer aber so wie Kollegen im Feuerwehrdienst, neben dem Alltagsstress gelegentlich mit belastenden Ereignissen konfrontiert ist, kann unangenehme Reaktionen auf diese Ereignisse erleben:

            von kurzfristigen Reaktionen wie Übelkeit, Erbrechen bis hin zu Schlafstörungen;

            ständige Erinnerungen an den Vorfall können zur Erkrankung und Problemen in

            Familie oder am Arbeitsplatz führen

 

Stressfaktoren im Feuerwehrdienst

 

¨      Ein Kollege wird verletzt oder getötet

¨      Ein Kind verunglückt tödlich

¨      Rettung von Kindern bei Bränden oder Ertrinken

¨      Rettung von schwerverletzten Kindern und Jugendlichen

¨      Einsatz mit psychiatrischen Menschen und bei Suizid

¨      Störungen in der Organisation und die beim Ablauf eines Einsatzes auftreten,
die die Rettungschancen beeinflussen

¨      Personelle und qualifikationsbedingte Störungen

¨      Einsatz mit gefährlichen Stoffen

¨      Einsatz mit vielen Toten und Verletzten

¨      Ein bedrohliches Ereignis, dass ohne Vorwarnung eintritt

¨      Meldung dramatischer Notfallsituationen, die besondere Gefahren für die betroffenen
Personen darstellt

¨      Einsätze die viele Stunden oder Tage andauern und sich dann die Erfolglosigkeit herausstellt

¨      Führungskräfte – hektisch und gestresst an der Einsatzstelle agieren

¨      Hilfeleistung für bekannte bzw. nahestehende Personen

¨      Einsatzkraft als erster an der Einsatzstelle

 

Kampf dem Superman – Virus

 

mit sogenannten Peers (Gleichrangiger)

 

Peers sind für die Erstbetreuung sehr wichtig!

 

Wie helfen die Peers?

 

Ein wichtiger Pfeiler der Peer Arbeit ist Prävention. Peers sollten in der Feuerwehr über medizinische Dienste, physiologische Grundlagen und Erscheinungsformen von Stress, über die Besonderheiten von Stress im Einsatzdienst, Symptome und Gefahren zu sprechen.

 

Im besonderen Fällen werden Peers vor Ort, direkt beim Einsatz aktiv. Häufig durch ein kurzes strukturiertes, vertrauliches Gespräch, manchmal durch eine Gruppenbesprechung der beteiligten Einsatzkräfte.

Diese Techniken dienen Kameraden rasch und unbürokratisch bei der Bewältigung des Superman – Virus (Stress) zu helfen.

 

 

 

 

 

Ein Peer sollte verständigt werden:

 

1)      bei Tod eines Kollegen im Dienst

2)      bei schweren Verletzungen von Kollegen im Dienst

3)      bei Großereignissen

4)      bei ungewöhnlichen Einsatz mit Kindern

5)      bei Bedrohung des eigenen Lebens bzw. eines Kameraden

 

1)      bei Ereignis mit mehreren Verletzten oder Toten

2)      wenn Kameraden oder Einsatzleiter diese Betreuung wünschen

 

* Beispiel:

Nach einer erfolglosen Wiederbelebung, versucht ein jung Kamerad sich von den anderen Helfern abzusondern. Er wird anscheinend mit dieser Situation nicht fertig. Er erinnert sich an die Information über das Peersystem, er informierte sich beim Schaukasten nochmals über die Möglichkeiten und Grenzen der Unterstützung durch die Peers.

 

Das Trauma eines Einsatzes soll im Gespräch bewältigt werden

 

Es gilt: „Was nicht ausgesprochen wird, kann wie Gift wirken“

 

Typische Symptome sind: Alpträume, Depressionen, Appetitlosigkeit,...

Feuerwehrleute gehen je nach Reife, Vorbereitung und körperlicher Fitness sehr unterschiedlich mit Stresssituationen um.

Einige können diese Stresssymptome bewältigen, andere zeigen Verhaltensauffälligkeiten und andere verlieren ihre Handlungsfähigkeiten.

„ Das kann eine ganze Gruppe betreffen!“

 

Der Begriff „Stress“ ist mit dem Feuerwehrdienst untrennbar verbunden. Deshalb müssen diejenigen, die in diesem Bereich arbeiten, in der Lage sein, mit Stress umzugehen.

Sollte man jedoch damit nicht mehr umgehen können, dann wäre es an der Zeit, rasch mit Peer´s der Feuerwehr Kontakt aufzunehmen.

 

Es wurden Konzepte zur psychologischen Nachbetreuung der Kameraden entwickelt. Diese Methode des C.I. Stressmanagement“ geht auf den Amerikaner E.T. Mitchell zurück.

 

Es ist wichtig, dass die Peer´s die Kameraden nicht in ihren Emotionen hängen lassen!!!!!

 

„Es war international und national ein sehr langer Weg, bis man bereit war, sich mit der seelischen Verwundung der Kameraden auseinandersetzte.“

 

„Die dicke Haut bei der Feuerwehr“

            Als Qualifikationsanforderung??? (ausreichende Muskelkraft, gute Fahrtkenntnisse
            und eine dicke Haut)

-> bis heute ist der Mythos bei der Feuerwehr und auch vom unverletzbaren Helden

Oder, sie werden als „Weicheier“ beschmunzelt!

 

Abschlussworte:

            Denk über Dein Leben nach und nutze Deine Zeit richtig!